Neues im Fischerweb

 

Die EFFA (Eurapean Fly Fisching Association) stellt vor:
Menschen, die das Fliegenfischen verinnerlichen und die EFFA-Philosophie nach außen tragen. Heute stellen wir EFFA- Master Flycasting Instructor, Uwe Rieder vor – Ein Autodidakt mit viel Herzblut.


Uwe Rieder wohnt in Hallein, Österreich, ist 51 Jahre und von Beruf Flyfishing Guide. Er ist EFFA Mitglied seit der Gründung im Jahr 2006 und Mitglied im EFFA-Flycasting Departement. Seine Hausgewässer sind die Alm und Laudach in Vorchdorf, Österreich.

Uwe Rieder fischt seit seinem 18. Lebensjahr ausschliesslich mit der Fliege. Seine ersten Würfe machte er am Pillersee, genau zur Maifliegenzeit. Der Erfolg beeinflusste ihn so sehr, dass er das Fliegenfischen fortan verinnerlichte und die Kunst des Fliegenfischens, autodidaktisch mit viel Fleiss und Ehrgeiz erlernte. Heute gehört Uwe als Master Instruktor, zu den erfahrensten und bekanntesten Fliegenfischern überhaupt.

Das Fliegenfischen entdeckte er mit seinem Jugendfreund. „Das grandiose am Fliegenfische ist und bleibt, mit einer guten Wurftechnik, einen Fisch auf Sicht zu überlisten und das an den schönsten Gewässern auf dieser Welt. Je höher die Anforderung desto grösser der Reiz“. Und so war es auch kein Zufall, dass Uwe im Februar 2010 an der Mur in Österreich, einen Huchen mit 128 cm Länge und einem Gewicht von 26 kg auf Sicht überlisten konnte.

Das Interesse an der EFFA weckte vor über 20 Jahren Altmeister Günter Feuerstein. Die Begeisterung war so gross, dass Uwe nicht lange überlegen musste und kurzum EFFA Mitglied wurde. Es ist weit mehr als nur ein Bedürfnis, in einem Verein aufgehoben zu sein. Wo sich Fliegenfischer austauschen, eine Kommunikations-Plattform pflegen und sich für das Fliegenfischen stak machen, das muss unterstützt werden“. Die EFFA hat mit ihrem konstanten Informationsfluss, den vielen Anlässen, seinen Qualitäts-Ansprüchen und nicht zuletzt den hohen Anforderungen an die Prüfungen (Basic Instruktor u. Master Instruktor), ein enormes Potenzial. Eine Vereinigung die last but not least nicht nur zusammenführt und vereint sondern auch schult und lehrt.

Wir haben Uwe gefragt, warum das Fliegenfischen seit einigen Jahren so im Trend liegt. Er hat nicht lange überlegen müssen. „Fliegenfischen ist die eleganteste und wohl schönest Art einen Fisch zu fangen. Die Formel 1 im Angelsport. Eine Technik, die mit ihrer Ästhetik und Harmonie jedes Auge fesselt. Diese Sportart sucht seinesgleichen und wird gerne schnell ausprobiert“. So ist es auch kein Wunder, das Uwe’s Wurfkurse selbst bei Anfängern sehr gefragt sind.

Es gibt vieles, was für aber auch gegen unsere Fischgewässer spricht - Umweltschutz, Vogelschutz, Naturschutz, etc. Uwe sieht die Entwicklung der Fisch-Gewässer in Europa nicht so gut, allen voran sieht er die natürlichen Fischbestände in grosser Gefahr. „Es brodelt an allen Ecken und Enden. Viele Gewässer sind belastet oder gar in einem desolaten Zustand. Denken wir nur an die ständigen Verbauungen, den Vogelfraß, die Otter-Probleme und die stellenweise praxisfremden Gesetze. Es muss etwas passieren damit wir unsere Gewässer schützen und sich so die Fischbestände wieder normalisieren. Viele sprechen von einer nachhaltigen Bewirtschaftung, tun aber das wenigste dafür“.

Vergegenwärtigen wir uns die unzählig vielen schönen Gewässer auf diese Welt. Heute denken wir an die Alm, Laudach oder Steyer, in Oberösterreich. Gewässer, die in ihrem Glanz und ihrer Schönheit es mehr als verdient haben, geschützt zu werden. Fischgewässer, die wir als Fliegenfischer in dieser Art lieben und schätzen.

Hast Du Interesse an der EFFA? Einfach melden: info@effa.info
European Fly Fishing Association: Home - EFFA
Autor Stefan Schramm

 

 

Seesaibling (Salvelinus umbla) - Fisch des Jahres 2017

 

 

Der Seesaibling war bereits im Jahr 2005 als Fisch des Jahres auserkoren; doch die Entscheidung für eine erneute Nominierung liegt darin begründet, dass sich die selbstreproduzierenden heimischen Bestände im letzten Jahrzehnt alles andere als positiv entwickelt haben, und der Seesaibling somit nach wie vor gefährdet ist: vor allem mit dem prognostizierten Anstieg der Wassertemperatur in den Gewässern wird diese Fischart voraussichtlich seine Schwierigkeiten haben.  Es ist von großem Interesse, was sich seither getan hat und wie es dem Seesaibling heute, 11 Jahre später, ergeht.

Der Seesaibling gilt als Relikt aus der letzten Eiszeit: er ist vor ca. 10.000 Jahren aus dem Norden eingewandert. Er lebt als Standfisch in kalten, sauerstoffreichen Seen. Die Hauptlaichzeit reicht vom September bis in den Jänner, als Laichplatz ist kiesiger, steiniger Untergrund, mitunter auch Bereiche von Bacheinmündungen erforderlich. Während der Laichzeit sind besonders die Milchner auffällig und intensiv gefärbt - ältere Tiere können auch einen Laichhaken ausbilden. Ansonsten besteht je nach Gewässer ein großer Formenreichtum hinsichtlich Größe, Wachstum, Laichplätze und bevorzugter Nahrung.

Wie alle Salmoniden hat der Seesaibling eine langgestreckte Körperform, eine Fettflosse und kleine Schuppen. Der Rücken kann blau- bis graugrün oder braun gefärbt sein, die Flanken sind heller mit runden, hellen Punkten. Der Bauch ist weiß bis gelblich. Charakteristisch ist der leuchtend weiße Saum an den Vorderkanten der paarigen Flossen und der Afterflosse.

Im Speisefischhandel sind “Mischlinge“, wie etwa der Elsäßer Saibling (eine Hybridzüchtung zwischen See- und Bachsaibling) zu finden: sie vereinen hinsichtlich Fleischausbeute und Eignung für die Haltung in der Aquakultur die Eigenschaften beider Arten. In den meisten Fällen sind die Elsäßer fruchtbar, weshalb sie nicht für Freigewässer geeignet sind, ein Besatz ist in den meisten Ländern nicht erlaubt! Äußerlich  weisen sie Merkmale sowohl vom See- wie vom Bachsaibling auf.

Die Gefährdung des Seesaiblings besteht in einem Verlust von Laichplätzen (z.B. durch zu hohen Nährstoffgehalt – Eutrophierung; Verschlammung), der Gewässererwärmung und einer falschen fischereilichen Bewirtschaftung.

 

 

 

 

Äsche ist Fisch des Jahres 2016

Schweizer Fisch des Jahres 2016 ist die Äsche. Mit dieser Wahl will der Fischerei-Verband auf die Bedrohung der Fischart aufmerksam machen, deren Lebensraum immer kleiner wird. Es brauche mehr renaturierte Gewässer, sonst sterbe die Äsche ganz aus, mahnt der Verband.

Die Äsche ist eine europäische Fischart. Ihr Körper ist schlank und stromlinienförmig, der Rücken olivenbraun, die Flanken silbern mit gelben, orangen Punkten. Markenzeichen sei die farbige Rückenflosse. Dieser verdankt der Fisch den Rufnamen "Fahne" oder "Fahnenträgerin".

In der Schweiz kommt der Fisch besonders häufig vor - etwa in Rhein, Aare, Rhone, Inn, Tessin oder Reuss. Doch diese Zeiten seien bald vorbei, teilte der Schweizerische Fischerei-Verband SFV am Samstag mit. Denn die künstliche Veränderungen der Flüsse bedrohe die Äsche existenziell.

Der Äschen-Rückgang hat verschiedene Gründe. Dazu gehören etwa Hindernisse in den Flüssen, welche die Wanderrouten der Äsche unterbrechen. Für die natürliche Fortpflanzung wandern Äschen nämlich bis zu 50 Kilometer, um ihre Eier auf sauberem Kiesgrund und in sauerstoffreichem Wasser zu platzieren. Ist die Route unterbrochen, kann sich der Fisch kaum noch aus eigener Kraft fortpflanzen und ist dafür auf menschliche Hilfe angewiesen.

Die Verbauung von Flüssen verkleinere zudem Flachwasserzonen, die für Larven und Jungfische "unverzichtbar" seien. Auch Kormorane, die Äschen verspeisen, und die Erwärmung der Gewässer setzen dem Fisch zu.

Wolle man die Art schützen, müssten künstlich verbaute Flüsse renaturiert und die verschiedenen Gewässer besser vernetzt werden, schreibt der Verband. Er fordert in seinem Communiqué die "konsequente Umsetzung des 2011 beschlossenen eidgenössischen Gewässerschutzgesetzes".

Der Atlantische Lachs ist Fisch des Jahres 2015

 

SCHAFFHAUSEN - SH - Der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) hat den Atlantischen Lachs zum Fisch des Jahres 2015 ernannt. Er will sich für die Rückkehr des in der Schweiz seit 65 Jahren ausgestorbenen und weltweit bedrohten Fisches einsetzen.

Gründe für die Bedrohung des Atlantischen Lachses sind gemäss SFV Gewässerverschmutzungen, unüberwindbare Hindernisse bei Kraftwerken, die Überfischung sowie skrupellose Lachszuchten. Dabei sei der Atlantische Lachs auch in der Schweiz während Jahrhunderten Bestandteil von Natur, Kultur, Fischerei und Kulinarik gewesen.

Noch im 19. Jahrhundert seien im Rhein über eine Million Lachse gefangen worden. Zehntausende der Fische hätten im schweizerischen Teil des Rheins und seinen Zuflüssen bis weit in die Alpen hinein gelaicht.

Seit dem 20. Jahrhundert schrumpfen die Bestände jedoch weltweit dramatisch, wie der SFV weiter schreibt. In der Schweiz seien die letzten Lachse 1950 im Rhein bei Laufenburg gefangen worden. Es gebe aber positive Signale: Drei Lachse hätten in den letzten Jahren die Rückkehr bis nach Basel geschafft.

Der Biologe Samuel Gründler vom SFV spricht indes von «Zufall», weil diese Einzelfische wahrscheinlich über Schiffschleusen aufsteigen konnten. Das Hauptproblem liege in Frankreich, das mit dem Bau von Fischaufstiegsanlagen bei grossen Rheinwasserkraftwerken nicht vorwärts mache.

Trotzdem hofft der Fischerei-Verband auf eine Masseneinwanderung des Fisches, der auch als «Wunder der Natur» bezeichnet wird. Mit knapp 20 Zentimetern Länge würden die jungen Atlantischen Lachse nämlich ihre grosse Reise antreten und tausende von Kilometern den Flussoberläufen bis zu ihren Fressgünden im Meer vor Grönland wandern. Der Lachs kenne keine Grenzen und verbinde somit völlig verschiedene Wasser-Welten und Erdteile miteinander.

Der SFV will sich deshalb national und international für die Rettung und Wiederansiedlung des Atlantischen Lachses einsetzen. Dazu sei ein internationaler Durchbruch notwendig, wenn der Lachs eine Chance zum Überleben haben soll. Notwendig seien ein Verbot der Netzfischerei in Meer und Fluss, strenge Auflagen für die Fischzucht, die Wiederherstellung der freien Fischwanderung sowie den Erhalt der natürlichen Laichgebiete.

 

 

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Gerne erwarten wir von euch auch andere Beiträge über Beobachtungen, Missstände oder anderes unter allen Einsendungen werden wir ende des Jahres einen schönen Preis vergeben.

 

 

 

 

Bei einer Begehung der Samina wurden am Sonntag zirka 70 tote Fische gefunden. Die Landespolizei und das Amt für Umweltschutz haben Abklärungen bezüglich der Ursache des Fischsterbens angestellt. Die Ermittlungen führten zum Ergebnis, dass das Fischsterben durch die Käserei auf der Alpe Sücka verursacht wurde.

Vaduz – Am Sonntag, 18. November 2012, haben Vertreter des Fischereivereins und der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz (LGU) bei einer Begehung der Samina beim Pumpwerk Rietern, nördlich von Steg, zirka 70 tote Fische vorgefunden. Sie meldeten dies der Landespolizei.

Die Landespolizei und das Amt für Umweltschutz haben am Sonntagnachmittag den Tatbestand vor Ort aufgenommen und in der Folge Abklärungen bezüglich der Ursache des Fischsterbens angestellt. Aufgrund der Schaumbildung konnte die Einleitstelle der Verunreinigung an der Samina rasch gefunden werden. Es wurden Wasserproben entnommen und die chemische und pathologische Untersuchung der toten Fische in Auftrag gegeben.
Die Ermittlungen wurden am Montag 19. November fortgesetzt und führten zum Ergebnis, dass das Fischsterben durch die Käserei auf der Alpe Sücka verursacht wurde. Dort werden zur Reinigung der milchverarbeitenden Anlagen chemische Reinigungs- und Desinfektionsmittel eingesetzt, die aufgrund eines bis heute unbekannten Fehlanschlusses der Bodenabläufe im Kühl- sowie im Geschirrwaschraum an die Regenwasserleitung in die Samina abgeleitet wurden.

Die Ermittlungen ergaben zudem, dass die von der Käserei Sücka in die Samina abgeleiteten Desinfektionsmittel stark alkalisch sind, teils schäumen und stark ätzend wirken. Diese Stoffe sind gewässergefährdend und dürfen deshalb keinesfalls in ein Gewässer eingeleitet werden. Sie sind eindeutig Ursache für das Fischsterben in der Samina. Betroffen war der Fischbestand auf eine Strecke von zirka 500 Meter Länge ab der Einleitstelle des Abwassers von der Sücka bis zum Pumpwerk Rietern.

 

 

 

 

 

Resolution der Fischereiverbände der Alpenländer gegen den übertriebenen Ausbau der Wasserkraft

 

Am 6. November 2010 haben die Fischereiverbände der Alpenländer an ihrer Herbsttagung in Liechtenstein am Alpenrhein an der Illmündung bei Vaduz eine Resolution gegen den übertriebenen Ausbau der Wasserkraft unterzeichnet.

Am Vorabend wurde bei einer Vortragsveranstaltung der Vereinigungen ProFisch Alpenrhein (Vereinigung der Fischereiverbände Liechtensteins, der Kantone Graubünden und St. Gallen sowie Vorarlbergs) und Lebendiger Alpenrhein (Zusammenschluss verschiedener Umwelt- und Naturschutzorgansiationen) über den desolaten Zustand vieler Alpenflüsse insbesondere im Hinblick auf die Wasserkraftnutzung debattiert.

Die Resolution wurde an der Illmündung in den Alpenrhein im Bundesland Vorarlberg im Grenzraum (Dreiländereck) Österreich, Schweiz und Liechtenstein unterzeichnet. Dort planen die Stadtwerke Feldkirch den Bau eines Laufkraftwerks obwohl Alpenrhein und Ill schon mehr als genug von den Auswirkungen der Wasserkraft gezeichnet sind. Der Naturschutzbescheid der Voralberger Landesregierung für das an der Illmündung geplante Wasserkraftwerk fiel auf Unverständnis der 5 Mitgliedsverbände der ARGEFA.

Resolution:

Seitdem der Klimaschutz als politisches Ziel weltweit an Bedeutung gewinnt, herrscht ein regelrechter Wasserkraftboom. Gerade in den Alpenländern gibt es für den Neubau von Wasserkraftwerken eine Flut von Anträgen. Das große Gefälle in Verbindung mit dem Wasseraufkommen der Alpenregion kommt hier zum Tragen.

Die Befürworter des Ausbaus suggerieren, dass der Strom aus Wasserkraft gerade im Hinblick auf die Diskussion bzgl. des Klimawandels umweltfreundlich sei. Die ökologischen und fischereilichen Schäden sowie die nachweislich sehr geringe CO2-Einsparung sind oft nicht bekannt oder werden bewusst verschwiegen.

Im Alpenraum befinden sich derzeit weit über 10.000 meist kleinere Wasserkraftwerke. Der überwiegende Anteil dieser Anlagen (ca. 95 %) produziert lediglich 10 % des durch Wasserkraft erzeugten Stroms. Der Anteil Wasserkraft an der Gesamtstromproduktion (AKW, Kohle, etc.) beträgt im Alpenraum je nach Region zwischen 20 und 100 %. In den Kernregionen der Alpen übersteigt die Produktion bei weitem den lokalen Bedarf.

 

Medienmitteilung:

 

Arbeitsgemeinschaft ProFisch Alpenrhein gegründet.

 

Die Fischereiverbände im Einzugsgebiet des Alpenrheins schliessen sich zur Arbeitgemeinschaft ProFisch Alpenrhein zusammen.

 

Um den Alpenrhein und seine Zuflüsse als Lebensraum und Hauptzufluss des Bodensees Verbindung zu erhalten und vor allem wieder zum Funktionieren zu bringen, haben sich die Fischereiverbände Liechtenstein, Graubünden, St. Gallen und Vorarlberg zur Arbeitsgemeinschaft ProFisch Alpenrhein zusammengeschlossen.

Um diese Ziele zu erreichen stehen folgende Aktivitäten im Vordergrund:

 

- Information und Motivation der Bevölkerung über die Vorteile eines naturnäheren

Alpenrheinsystems,

- aktives Einbringen von Erfahrungen und praktischem Wissen bei der Umsetzung der bestehenden Konzepte und Massnahmenpläne der nationalen und internationalen Behörden insbes. der Internationalen Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) und der Internationalen Bevollmächtigtenkonferenz für die Bodenseefischerei (IBKF),

- Zusammenarbeit und Bündeln der Kräfte mit den Umwelt – und

Naturschutzverbänden.

- Zusammenarbeit mit den verschiedenen „Nutzern“ des Flusssystems in den Bereichen der Energiegewinnung, des Flussbaus, der Landwirtschaft, der

Siedlungswasserwirtschaft oder dem Tourismus.

 

Das Flusssystem Alpenrhein wurde seit Jahrhunderten schrittweise für den Menschen nutzbar gemacht. Begradigungen, Verbauungen, Abwassereinleitungen, Kiesentnahmen oder in den letzten Jahrzehnten zunehmend auch die Wasserkraftnutzung führten in der Summe zu einem sehr naturfernen Zustand. Dies kommt im Entwicklungskonzept Alpenrhein der IRKA und aus zwischenzeitlich durchgeführten wissenschaftlichen Gesamtuntersuchungen speziell der

Fische als Bioindikatoren klar zum Ausdruck. So zeigt die fischökologische

Bestandesaufnahme im Jahre 2005 der Fischereifachstellen im Einzugsgebiet, ein geradezu katastrophales Ergebnis. Die Biomasse des Fischbestandes lag lediglich bei 7 kg/ha, Wanderfische aus dem Bodensee wie Seeforellen und Felchen mit eingerechnet. Ein „normaler“ Fischbestand könnte durchaus eine Biomasse von 100 – 200 kg/ha aufweisen.

Von den ursprünglich 31 im Alpenrhein vorkommenden Fischarten konnten lediglich 11 Arten nachgewiesen werden.

Mit der Zusammenarbeit wollen die Fischereiverbände die bisher erreichten Erfolge zur Verbesserung des Alpenrheins als Lebensraum sichern und die Umsetzung geplanter Schutzmassnahmen beschleunigen. Grosse Sorgen bereitet den Fischern derzeit speziell die grosse Zahl an Bauvorhaben für neue Wasserkraftanlagen im ganzen Alpengebiet. Infolge von staatlichen Fördermassnahmen für erneuerbare Energien „boomt“ auch der weitere Ausbau der vermeintlich umweltfreundlichen Wasserkraft. Dies obwohl die bestehenden Probleme aus der Wasserkraftnutzung wie die täglich unnatürlich schwankende Wasserführung infolge der schwallartigen Bewirtschaftung der Speicherkraftwerke, verstärkt durch periodische Stauraumspülungen oder trockengelegte Gewässerstrecken, nicht gelöst sind.

 

Das aktuellste Beispiel eines neuen Wasserkraftwerkes in unserer Region, ist das bereits weit in der Planung fortgeschrittene Kraftwerk unmittelbar an der Illmündung in den Alpenrhein. Die Ill gehört zu den wichtigsten Alpenrheinzuflüssen - auch für die nach wie vor bedrohte Bodensee - Seeforelle. Durch das neue Kraftwerk wird somit die ökologische Funktionsfähigkeit des gesamten Flusssystems Alpenrhein/Bodensee negativ betroffen.